Auf der Suche nach dem Grundstück

Als die Entscheidung für ein Neubau getroffen war ging es nun im Frühjahr 2017 an die Grundstücksuche.

„Es kann ja nicht so schwer sein, ein Grundstück zu finden, es ist ja noch so viel unbebaut“ – ungefähr so waren unsere utopischen Gedanken.

Nirgendwo sind die regionalen Unterschiede größer als in der Immobilienwelt aber dennoch ist eines überall gleich: es gibt drei wichtige Faktoren, die den Preis bestimmen:

  1. die Lage
  2. die LAGE
  3. DIE LAGE

Eine Entwicklung der ich sehr kritisch gegenüberstehe ist die Tatsache, dass die freien Grundstücke von den Bauunternehmen gekauft werden um so auf den vorhandenen freien Grundstücken keine Konkurrenz zu haben und die Preise frei gestalten zu können. Neben diesem zwielichtigen Wettbewerbsvorteil für das Unternehmen ergeben sich aber auch steuerrechtliche Nachteile für den Käufer:

Es ergibt sich nämlich dadurch ein wirtschaftlicher Zusammenhang zwischen Grundstückskauf und Hausbau, wodurch auch der zu zahlende Hauspreis unter die Grunderwerbsteuer fällt. – Theoretisch könnte dieses sogar zum Vorteil genutzt werden, da so die USt bzw. MwSt. entfallen könnte, aber nur, weil diese unter bestimmten Umständen (Doppelbesteuerung) nicht abgeführt werden müsste heißt es nicht, dass das für das Bauunternehmen zutrifft bzw. dass das Unternehmen die nicht abzuführenden Steuern an den Kunden weitergibt.

Zum Glück sollte Ende 2017 der nächste Bauabschnitt des in der Nähe gelegenen Neubaugebiets beginnen. So haben wir uns bereits in der Planungsphase mit dem Zuständigen Ingenieurbüro in VErbindung gesetzt und die Pläne erhalten. Anhand dieser Pläne haben wir uns Grundstücke herausgesucht, die anhand der Größe, Lage, Ausrichtung, Form, etc. in Frage gekommen wären und haben unsere priorisierte Liste an den Vertriebler geschickt mit der bitte, das höchstpriorisierte verfügbare GRundstück zu reservieren.

Gesagt getan – wir hatten unser Baugrundstück… für 2 Wochen…

Nach besagten 2 Wochen kam die ernüchternde E-Mail: Ein anderer Kaufinteressent mit Vorrang hätte sich das Grundstück ausgesucht, und könnte alternativ das Nachbargrundstück mit Zufahrt von einer anderen Seite angeboten werden – Super Idee, denn da wäre die Terasse nach Norden ausgerichtet – da wird es wenigstens im Sommer nicht zu heiß.

Diesen ironischen Hinweis, dass ein kleineres nach Norden ausgerichtetes Grundstück keine adäquate Alternative sei hatte der Vertriebler scheinbar nicht verstanden oder unhöflich ignoriert es dann aber dennoch irgendwie geschafft, das nächsthöher prorisierte Grundstück unserer Liste zu reservieren.

Dieser Frieden hielt dann 4 Wochen – dann wurde der Lageplan überarbeitet und unser Grundstück war auf einmal nicht mehr existent. Dafür wurden aber ca. 15 neue Grundstücke aufgenommen, wovon eins unseren Bedürfnissen noch mehr entsprach – also Glück im Unglück.

Parallel haben wir uns nach weiteren Alternativen umgeschaut, da uns das bisherige hin und her langsam aber sicher zu bunt wurde. Und wir hatten erneut doppeltes Glück.

Über das Kommunale Immobilienportal wurden wir in einer Gemeinde, die Verkehrstechnisch für uns optimal gelegen ist, wir aber bisher nie näher in Betracht gezogen hatten, fündig: Es wurde ein 575m² großes, Süd-West ausgerichtetes Grundstück in einem Neubaugebiet gefunden, welches im Gemeindebesitz war. Nach einem Telefonat mit der Ortsbürgermeisterin und der zuständigen Bearbeiterin bei der Liegenschaftsverwaltung der Samtgemeinde war das Grundstück reserviert und wir durften vor Erwerb das Baugrundgutachten erstellen lassen.

Nach Erhalt des Baugrundgutachtens wurde dann das Kaufinteresse bestätigt und alles ging zum Notar. Somit sind wir seit Mitte Dezember die Eigentümer eines Grundstücks.

Einziger kleiner Wehmutstropfen: Auf den Kaufpreis für das Grundstück kamen noch ca. 15000€ für Erschließung und Ausgleichsmaßnahmen, welche – entgegen unserer vorherigen Informationen leider doch für die Bemessung der Grunderwerbsteuer relevant sind und diese somit 1000€ höher als ursprünglich geplant waren.

Um das ganze nun aber mit einer positiven Nachricht für uns abzuschließen:

Das ursprüngliche Neubaugebiet wurde noch 4 weitere Male umgeplant und ist bis heute nicht erschlossen – also haben wir alles richtig gemacht.

 

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Ein Gedanke zu “Auf der Suche nach dem Grundstück

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